Grünkonzept für Turley steht

06
Oktober
2014
Siegerentwurf: WEWER Landschaftsarchitektur

Grünkonzept für Turley steht

Das Leben auf Turley ist in vollem Gange, die ersten Mieter sind eingezogen. Als nächstes steht die Gestaltung der Grünflächen auf der ehemaligen Kaiser -Wilhelm Kaserne an. Zu diesem Zweck wurde die Arbeitsgruppe Grün gegründet. In einem Workshopverfahren haben die künftigen Bewohner und die Stadtverwaltung ihre Wünsche und Anforderungen beschrieben.

Die daraus entstandenen Entwürfe wurden von den Landschaftsarchitekturbüros ST raum a und capattistaubach aus Berlin sowie Wewer aus Frankfurt präsentiert. Wie die Entwürfe aussehen und was die Idee und konzeptionelle Absicht die dahintersteckt, können Sie weiter unten nachlesen.

Die Arbeitsgruppe Grün entschied sich schließlich für  die Zusammenarbeit mit dem Büro  Wewer Landschaftsarchitektur.

Entwürfe:

ST raum a. – Landschaftsarchitekten

 

‚Turley Greens‘ bewahrt den offenen Charakter des Appellplatzes. Die eindrucksvollen Kastanienbäume bilden den Rahmen für eine offene Wiesenlandschaft, in der vier Themenbänder den Freizeitangebote für die künftigen Bewohner des Areals beinhalten. Turley Gardens hält Pflanzbeete für die individuelle Aneignung bereit, Turley Sports ist von verschiedenen Spiel- und Sportfeldern bestimmt, in Turley Flowers wachsen stimmungsvolle Präriestauden und bei Turley Waters schaffen Wasserspiele eine angenehme Atmosphäre für die gastronomischen Freiflächen. Die Ausgänge der Tiefgarage werden mit großzügigen Holzpodesten in die Themenbänder integriert.

Der im Westen anschließende Grünzug wird von einem geschwungenen Parkweg erschlossen, die sanft geschwungenen Erdmodellierungen bilden eine natürliche Barriere zu den privaten Gartenflächen in Hausnähe. Gemeinschaftsgärten und ein Treffpunkt für alle bieten eine Grundlage für die Entwicklung einer lebendigen Nachbarschaft auf Turley.

 

Capattistaubach Landschaftsarchitekten

 

Der Abzug der amerikanischen Truppen bietet die Chance einen historischen, militärischen Standort in eine neue Wohnanlage zu wandeln. Angestrebt wird jedoch, dass die Spuren der Vergangenheit nicht weggewischt sondern neu interpretiert werden. Der Turleyplatz, ehemaliger Appellplatz, bleibt ein weitläufiges, freies Rasenparterre. Die Ausgänge der Tiefgarage bilden ein spielerisches Wegenetz. Ihre Form ist von einem Emblem der mess uniform des Leutnant James Turley abgeleitet worden. Alle weiteren Nutzungen und Erholungsfunktionen sind in einem zwei- bis dreireihigen Rosskastanien-„Rahmen“ untergebracht. Im Bereich der Neubauten befindet sich der Turleygarten, mit dicht bepflanzten Camouflage-Parzellen. Grüne Kabinette bieten vielseitige Nutzungen für die Anwohner des Quartiers.

 

WEWER Landschaftsarchitektur

 

Der Name „SoHo Turley“ steht symbolisch für ein neues Kapitel der Stadtgeschichte auf dem ehemaligen Kasernengelände. Für diese Neueroberung des urbanen Lebens soll der neu gestaltete Platz mit dem Namen „SoHo Central“ künftig stehen.

Wie Mannheim selbst hat das namensgebende New Yorker Stadtviertel ein ganz typisches Straßenraster. Dieses innerstädtische Raster zwischen der Houston Street und dem Broadway ist ideenstiftend für die Wegeführung im neuen Park und trennt gleichzeitig die verschiedenen Nutzungsareale. Die angedeuteten „Straßenblocks“ werden nicht als ebene Flächen ausgeführt, sondern als abwechslungsreiches Relief, indem ein Teil der Rasenflächen in jeweils unterschiedliche Richtungen mit einer leichten Steigung versehen sind. Die aufsteigenden und abfallenden Ränder der schrägen Grünflächen geben dem Platz schon optisch eine vorteilhafte Lebendigkeit und Vielfältigkeit.

Die kleinere, schmale Parkfläche östlich vom quadratischen Park folgt ebenfalls konsequent der Leitidee „SoHo“. Nur orientiert sich hier die Anordnung der prägnanten „Straßenblocks“ an den besonderen Proportionen der langgezogenen Fläche.