Schilder weisen den Weg auf Turley

12
Februar
2018

Schilder weisen den Weg auf Turley

Auf Turley wurden die offiziellen Straßenbeschilderungen aufgestellt. Nun weisen Schilder mit den Straßennamen den Weg auf Turley und Verkehrsschilder regeln den Verkehr auf dem Areal.

Ein wichtiger Planungsschwerpunkt bei der Infrastruktur auf Turley war es, Wege barrierefrei und somit nutzbar für alle zu gestalten, sei es für Fußgänger, Radfahrer oder Rollstuhlfahrer. Die Gehwegzone an der Turley-Straße und am Turleyplatz ist deshalb barrierefrei angelegt. Zudem gibt es um den zentralen Turleyplatz herum eine Spielstraße, in der Schrittgeschwindigkeit gilt. Dies soll ein rücksichtsvolles Miteinander von Groß und Klein auf Turley gewährleisten.

Die Benennung der Straßen wurde bereits 2014 vom Gemeinderat beschlossen. Die Namen erlauben eine Erinnerung an die Vergangenheit, da sie u.a. an mutige Bürger erinnern, die in der NS-Zeit gegen das Regime eingetreten sind. Aber auch die Erinnerung an die ehemalige Kaserne ist besonders wichtig. Daher heißt die Hauptstraße, die in das Quartier führt, Turleystraße und der ehemalige Exerzierplatz, welcher auch zukünftig das grüne Herz Turleys sein wird, Turleyplatz.

Samuel J. Turley aus Minnesota war 1st Sergeant der als „Black Panther“ bekannten Einheit, die ausschließlich aus schwarzen Soldaten bestand. Bei einem Angriff der Einheit gegen die deutschen Truppen in Lothringen im Jahr 1944 blieben mehrere Panzer im Morast stecken. Turley wies die Besatzungen an, sich zu Fuß in Sicherheit zu bringen während er so lange Feuerschutz bot, bis er tödlich getroffen wurde. Mit der Umbenennung der ehemaligen Kaiser Wilhelm Kaserne in Turley Barracks 1947 wurde Turley sowie die Leistung aller schwarzen Soldaten im 2. Weltkrieg nachträglich geehrt.

Die in Mannheim geborene Jüdin Marianna Cohn (1922 bis 1944) half, nachdem sie selbst nach Frankreich geflohen war, bei der Rettung jüdischer Kinder. Als Organisatorin der Zionistischen Jugend stellte sie sich im Untergrund dem Rassenwahn entgegen. Bei einem Kindertransport nahe der Schweizer Grenze wurde sie verhaftet und wenig später ermordet.

Eva Hermann (1900 bis 1997) und ihr Ehemann Carl verhalfen vor Kriegsbeginn vielen Juden zur Emigration nach England. Während des Kriegs versorgten sie aus Südwestdeutschland in das französische Gurs deportierte Juden mit Kleidung und Lebensmitteln. Nachdem das Ehepaar 1943 verhaftet wurde, entrann es nur knapp dem Tod.

Fritz Salm (1913 bis 1985) wurde wegen seiner linken Gesinnung von SS und Gestapo misshandelt und in Kriegszeiten zu einer mehrjährigen politischen Inhaftierung verurteilt. Nach Kriegsende engagierte er sich unter anderem als Antifaschist in seiner Heimatstadt Mannheim und als Landtagsabgeordneter.

Heinrich Wittkamp (1903 bis 1987) war Mitglied in einer katholischen Widerstandsgruppe in Mannheim und wurde aus politischen Gründen inhaftiert. Nach dem Krieg war Wittkamp politisch und als Gewerkschafter aktiv.