Sommerfest für die ganze Familie! Turley feiert zum zweiten Mal.

15
Juni
2018

Sommerfest für die ganze Familie! Turley feiert zum zweiten Mal.

Rund ein Jahr nach der großen Einzugswelle startete das Turley Fest am 9. Juni in die zweite Runde. Über den Tag trafen sich Tausend Bewohner, Nachbarn und Interessierte auf dem Turleyplatz, um einen entspannten Nachmittag und Abend bei Vorführungen und musikalischen Live-Acts zu verbringen. Pünktlich um 14:00 Uhr eröffnete Achim Judt, Geschäftsführer der städtischen Entwicklungsgesellschaft MWSP, bei strahlendem Sonnenschein die Bühne. „Turley gehört mittlerweile zu Mannheim“, erklärte er und verwies damit auf die vielen Jahre als Kasernengelände der US-Streitkräfte. 2012 hat die MWSP das Gelände zurückgekauft und zügig entwickelt. Ein faszinierendes Areal ist entstanden, das durch seine bunte, urbane Mischung beeindruckt: Arbeiten und Forschen findet hier ebenso Platz wie Wohnen zur Miete und im Eigentum oder gemeinschaftliches, inklusives und seniorengerechtes Leben. Judt berichtete über den aktuellen Stand: „Derzeit haben rund 550 Bewohnerinnen und Bewohner ihre Adresse auf Turley. Das entspricht rund einem Drittel dessen, was geplant ist. Ebenfalls verdreifacht wird die Zahl der Arbeitsplätze. Heute sind es 200, 600 werden es mal sein.“

In recht kurzer Zeit zogen viele Menschen ein, um auf Turley zu leben oder zu arbeiten. „Wir wollen mit diesem Fest Allen Gelegenheit geben, sich kennenzulernen“, berichtete Melissa Bangert, Mitarbeiterin im Team Öffentlichkeitsarbeit der MWSP. Sie ergänzte: „Es geht uns um gute Nachbarschaft, nicht nur auf Turley selbst, sondern auch darüber hinaus. Das Fest soll der Rahmen sein für Begegnung und Information gleichermaßen.“

Die ersten Akteure auf der Bühne waren die Kinder der Metropolitan International School mit Assembly-Musik und Liedersingen, die sichtlich großen Spaß an ihrem Auftritt vor Publikum hatten. Danach durften die kleinen Tänzerinnen und Tänzer der Ballettschule „movements Ballett und Tanz“ zeigen, was sie intensiv einstudiert hatten. Ihre „Begegnung mit der Vogelscheuche“ aus „Der Zauberer von Oz“ verzauberte die Zuschauer, die sich mit viel Applaus für eine gelungene Darbietung bedankten. Ebenso rhythmisch, dafür ein bisschen lauter, ging es mit den Afro Kids vom Trommelpalast weiter, die mit zahlreichen Instrumenten eine mitreißende Percussion-Show zeigten.

So bunt wie das Quartier selbst war auch das weitere musikalische Programm: mit verträumten Jazz-Klängen der ehemaligen Popakademie-Studentin Jules, den Coversongs des Duos Holger Bläß und Eva Jeanette Izoubaz, der vierköpfigen Alternativ-/Indie-Rock-Band Cinemagraph oder dem rockigen Sound von Jenny never, welche leider aufgrund des Unwetters ihren Auftritt nach nur drei Songs abbrechen mussten.

Turley steht eben für Vielfalt, die an diesem Tag auch gezeigt werden sollte. Daher ist es nur naheliegend, das auch im Speisen- und Getränkeangebot konsequent fortzusetzen. Burger von Benjamins Diner für Fleischliebhaber, Veganes bei LoveFood Soundsystem, kühle Köstlichkeiten bei Gelateria Vittoria und leckere Weine aus der Toscana, die vom Architekten und Investor Tom Bock kamen. Bei der Theodor-Fliedner-Stiftung wie auch bei Kulturley oder dem Quartiermanagement Herzogenried konnte man sich nicht nur stärken, sondern ausführlich über deren Konzepte informieren. Für den regen Austausch und mit eigenem Programm im Gepäck waren ebenfalls vor Ort: Turley Kultur-Events mit dem Zauberer Molim el Barch und 13ha Freiheit mit ihrer Kinder-Fahrradwerkstatt sowie weiteren Highlights. Das Glücksrad durfte bei der Johannes Diakonie gedreht werden, umBAU2 Turley kam mit einem Flohmarkt und der Solidarische Wohn- und Kulturraum SWK war mit einer Kneipe vertreten. Die MWSP selbst bot nicht nur Informationen rund um Turley und insgesamt zur Konversion in Mannheim, sondern auch – unterstützt durch Urmel – ein breites Spieleangebot. Infos aus der Nachbarschaft gab es beim Quartierbüro Wohlgelegen. Die Theodor-Fliedner-Stiftung, die kurz vor dem ersten Turley Fest im vergangenen Jahr seine Einrichtung einweihen konnte, öffnete ihre Türen für Hausführungen. Eine der ersten Bewohnerinnen, die 2017 das Angebot mit betreutem Wohnen für Senioren wahrnahm, berichtete: „Ich habe meine Entscheidung, hierher zu ziehen, nicht eine Sekunde bereut. Ich bin hier angekommen.“ Und wer sich bei dem vielfältigen Programm die Zeit nahm, mal in Ruhe durch Turley zu schlendern, verstand schnell, warum. Trotz bester Verkehrsanbindung und einer ausgezeichneten Infrastruktur ist es wunderbar grün und ruhig. Architektonisch besticht das Areal durch denkmalgeschützte Gebäude aus der 19. Jahrhundertwende, zwischen die sich moderne Neubauten harmonisch einfügen. Es ist ein kleines Idyll entstanden, das nach und nach weiter mit Leben gefüllt wird – und die Stadt Mannheim bereichert.