Turley – ein Quartier feiert!

15
Juli
2017

Turley – ein Quartier feiert!

Turley ist offen! Das konnte man im Rahmen des Sommerfestes am 15. Juli 2017 in aller Deutlichkeit erleben. Dass damit nicht nur die gefallenen Absperrungen zu verstehen sind, die das ehemalige US-Kasernen-Gelände bis 2012 verschlossen haben, konnten die Besucher an diesem Tag hautnah erleben. Es sind vor allem die offenen Menschen, die das Areal bewohnen, dort arbeiten und auch in Zukunft prägen werden.

2012 wurde das Gebiet von der städtischen Entwicklungsgesellschaft MWSP erworben. 2013 rollten die ersten Bagger und bereiteten das vor, was erreicht werden soll: ein urbanes, gemischtes Wohnquartier, in dem Lebens- und Arbeitsformen der Zukunft möglich sind. Altes erhalten und Neues entstehen lassen, eine langjährige Geschichte respektieren und mit der Gegenwart achtsam umgehen. Fünf Jahre nach Turleys Öffnung bestätigt sich die Richtigkeit der vielen in der Zwischenzeit getroffenen Entscheidungen. Momentan sind es rund 200 Bewohnerinnen und Bewohner, über 150 Menschen arbeiten hier. Und jeden Tag werden es mehr. Es haben sich hier spannende gemeinschaftliche Wohnprojekte wie „SWK“, „umBAU²“ oder „13ha Freiheit“ angesiedelt. Außerdem haben dieses Jahr die Johannes Diakonie Mosbach eine Einrichtung für inklusives Wohnen bezogen und das Theodor-Fliedner-Haus mit seinem Betreuten Wohn-Konzept konnte vor Kurzem eröffnen. Das Gebiet ist aber auch sowohl für junge, kreative Start-Ups wie bereits etablierte Unternehmen ein attraktiver Standort. So arbeiten bereits seit längerer Zeit die Designer „von Jungfeld“, „adViva“ und „Nadine Pauly Interior“ auf dem Gelände oder jüngst Zugezogene, wie die Zahnarztpraxis Dr. Feller. Erst drei Tage vor dem Fest zog das Küchenstudio Bulthaup von Wiesbaden auf Turley. Inhaber Christian Rösch war von dem, was sich hier entwickelt, von Anfang an begeistert: „Turley hat mich und mein Unternehmen zurück nach Mannheim geholt. Und klar war: Entweder diese Mannheimer Adresse oder keine.“ Alle haben sich für das Fest etwas einfallen lassen und nutzen die Gelegenheit, mit einem breiten Publikum in den Dialog zu treten und gemeinsam zu feiern. Auch die benachbarten Quartiere sind bei dem Fest dabei. Am Stand des Quartiersmanagements Wohlgelegen und Herzogenried können die Besucher gemeinsam mit 68Deins! Ideen und Vorschläge für die alten und neuen Quartiere sammeln. Wie Wohnen auf Turley aussehen kann, davon konnten sich Interessenten bei den Führungen von umBAU², der Theodor Fliedner Stiftung und HOMERUN ein Bild machen.

Es hat sich eine ganze Menge getan, an allen Ecken und Enden auf dem Gebiet. Und dieser Prozess geht dynamisch weiter mit täglich neuen Einzügen. Mit dem Fest sollte ein sich gegenseitiges Kennenlernen, ein aktiver persönlicher Austausch in Gang gesetzt werden – nicht nur untereinander, sondern über Turley hinaus. Netzwerken und sich inspirieren lassen war beispielsweise für die Initiatoren von der „Gartenvielfalt“, einem Gärtner-Projekt im Herzogenried wichtig. Sie taten sich an einem Gemeinschaftsstand mit der solidarischen Landwirtschaft, mit einem Bio-Fairtrade-Kaffee-Produzenten und Foodsharing zusammen. Alle haben das Ziel, sich aktiv für das eigene Umfeld, für die Natur und Umwelt einzubringen. Dinge neu denken, eingefahrene Konzepte aufbrechen und in eine andere, positive Richtung bringen. Das alles ist auf Turley möglich und macht das Gebiet zu einer Plattform der Inspiration. Und zu einem Magnet. Viele Menschen kamen, die noch nie auf der Fläche waren. Die Neugier zu sehen, was sich in den letzten Jahren neben der Friedrich-Ebert-Straße entwickelt hatte, war groß und zog auch Besucher an, die dies bislang nur „so nebenbei“ verfolgten. Das war beispielsweise bei einem Glas Wein möglich aus dem Weingut von Tom Bock, dem ersten Investor auf Turley. Er saniert aktuell die alte, historische Reithalle und macht sie zu einem Raum mit gemischtem Gastronomie- und Event-Konzept.

Neben den vielen Gesprächen durfte selbstverständlich das Entertainment-Programm nicht zu kurz kommen. Das Angebot war ebenso vielfältig wie das Areal selbst: Auf der großen, zentralen Wiese des Turleyplatzs wurde ein breit gefächertes Catering angeboten. Und auf der Bühne zeigten die Kinder der Metropolitan International School und die jungen Tänzerinnen und Tänzer der Ballettschule movements, was sie in den letzten Wochen für ihren großen Tag einstudiert hatten. Mit abwechslungsreicher Live-Musik von den Ukulayers, Soul Therapy, Astra van Nelle & der Lorbeerstorch sowie Squeeze the Monkey war bis in den frühen Abend beste Unterhaltung geboten. Spannung erzeugte Patrizia Prudenzi mit ihrer Krimilesung auf der Kleinkunstbühne des Vereins Kulturley. Auf sie folgten Emiliano Trujillo mit indischer Musik, die Impro-Theater-Künstler Die Flummis, der Liedermacher Georg Grieg und endete mit der Band Afro Blues feat. Ebo Shakoor 5.

Auf Turley wird noch Vieles entstehen. Es wird sich nicht nur innerhalb entwickeln, sondern auf die ganze Stadt ausstrahlen. Das erste Sommerfest hat es erfolgreich bewiesen.