Die Qualitätsmarken im Konversionsprozess

Über 1.000 Ideen wurden im Rahmen eines breiten Bürgerbeteiligungsprozess an uns herangetragen. Die Ideen wurden geordnet und zu übergeordnet Themen zusammengefasst. Insgesamt konnten so fünf Leitthemen definiert werden, die zukünftig als Qualitätsmarken die Entwicklung auf allen Konversionsflächen prägen. Sie sollen somit zum einen die qualitätsvolle Entwicklung sichern, aber auch die konsequente Ausrichtung an den Ideen aus der Bürgerschaft gewährleisten. Unter diesen fünf Marken werden bereits eigenständige Projekte wie die BUGA 2023 oder Blue City Mannheim entwickelt.

Marke Grün:

Mannheim soll grüner werden! Sehr früh haben viele Bürgerinnen und Bürger 2011 den Zusammenhang der vier großen Kasernen gesehen und die Chancen, endlich Verbindungen statt Zäune und Zugänge zu Wald und Fluss zu haben. Mit einem Grüngürtel, der vom Neckar bis zum Rhein über die Spinelli Barracks, Taylor Barracks, Benjamin-Franklin-Village und Coleman Barracks verläuft und dazu einlädt Natur zu erfahren, wäre dies möglich. Der Grüngürtel ermöglicht es uns, näher ans Wasser zu rücken. Durch Wasserläufe, Wasserflächen, Biotope oder sogar „Sportseen“ auf den Konversionsflächen werden neue Freizeitmöglichkeiten und Naturerlebnisse geschaffen. Dies alles verbunden mit einer Bundesgartenschau, die 2023 wieder nach Mannheim kommt, macht Mannheim nicht nur für seine Bürgerinnen und Bürger attraktiver, sondern entwickelt die Stadt auch zu einem Anziehungspunkt in der Region und darüber hinaus.

Marke Wohnen:

Die Konversion bietet Mannheim die Perspektive,  Wohnraumangebote zu schaffen, die momentan in Mannheim fehlen – um Milieus anzusprechen, die derzeit nicht versorgt werden können. Mannheim hat damit die Chance, das Wohnungsangebot größer, bunter und breiter als bisher aufzustellen. Das bedeutet sowohl mehr anspruchsvolle Wohnadressen für LeistungsträgerInnen, die Mannheim halten will, einzufordern, als auch Häuser für Familien und veränderbare urbane Hausanlagen für kreative, jüngere Mieter und Gemeinschaftsprojekte zu entwickeln. Solche Überlegungen sind erfolgreich mit drei Wohnprojekten in die Planung des Turley Areals eingeflossen und sollen auch FRANKLIN prägen. Wichtig ist dabei, alle Gruppen der Stadtgesellschaft zu bedienen und auch die Inklusion zu berücksichtigen.
Zum "Runden Tisch - Gemeinschaftliches Wohnen Mannheim" treffen sich monatlich selbst organisierte Wohngruppen, Initiativen, die gemeinschaftliche Wohnprojekte planen, interessierte Einzelpersonen, die gemeinschaftlich wohnen wollen oder dies in Mannheim voranbringen wollen.

Marke: Blue City Mannheim & Ingenieursmeile

Blue City Mannheim ist die Strategie zur innovativen, technologieunterstützten und nachhaltigen Entwicklung Mannheims. Ausgehend von den Planungen für die Konversionsflächen werden Maßnahmen für ein leiseres, emissionsärmeres, grüneres und zukunftsorientiertes Mannheim in Gang gesetzt. Insbesondere entlang der B 38 bietet sich die Möglichkeit, die verschiedenen Konversionsflächen mit entsprechenden gewerblichen Impulsen zu versehen. So konnten auf den beiden Konversionsflächen Turley Barracks und Taylor Barracks erste entsprechende Ansiedlungserfolge erzielt werden: Einrichtung der Bombardier-Teststrecke für induktives Laden (Primove) auf Taylor und FRANKLIN, Ansiedlung von Betrieben.
Die Besonderheit im Vergleich zu vielen anderen Konzepten, die sich mit integrierter Quartiersentwicklung unter Energieeffizienzgesichtspunkten und smarten Lösungen für Energie-, Wärme- und Kälteversorgung beschäftigen, liegt in FRANKLIN darin, sämtliche Mobilitätsaspekte (insbesondere E-Mobilität) konsequent mit in das Konzept einzufügen. Ziel des integrierten Quartierskonzeptes ist es, FRANKLIN zu einem Modellquartier für Energieeffizienz, Smart Grids und nachhaltiger Mobilität, insbesondere Elektromobilität, zu entwickeln.

Marke Kultur:

Mannheim steht vor der historischen Situation, erstmals seit 1606 zivil, also „militärfrei“, zu sein. Ziel ist es, das historische Band – beginnend bei der prähistorischen Flusslandschaft, über Einflüsse der Amerikaner auf Musik, Sport und Gesellschaft, bis hin zur Vielfalt der Stadt und Demokratisierung – zu erhalten und erlebbar zu machen. Diese Ansätze verfolgen konkrete Projekte, wie z. B. der Medienpark auf dem Taylor Campus, das Geschichtsprojekt „ZeitStrom“, Kulturhöfe auf den Kasernen, ein Haus der Geschichte sowie die Planung zu Sport und Bewegungsflächen. Diese müssen jetzt einzeln auf ihre Durchführbarkeit überprüft werden.

Marke Energie & Qualität:

Attraktive Räume und kreatives Potenzial – diese Chancen und die Möglichkeit, Wohnen, Arbeit und Kultur räumlich zu verbinden und architektonische Leuchttürme zu setzten, wird mit der Marke Energetisches & Qualitätsvolles Bauen angestrebt. Die international angesehenen Architekten Winy Maas und Diébédo Francis Kéré bringen in Mannheim ihre Erfahrungen, ihren Sachverstand und ihre Kreativität ein, um diese Chancen auf den Konversionsflächen zu nutzen. Das dänische Büro Tegnestuen Vandkunsten hat den Rahmenplan von FRANKLIN erstellt.

 

Arbeitsbuch zu den 1.000 Ideen